Entwicklungsfrei auch bei höchsten Auflagen im UV-Druck
WWF Druck + Medien setzt als bundesweit erste Druckerei die entwicklungsfreie CtP-Druckplatte :Amigo im 4-Seiten-Format ein
Höchste Auflagenstabilität im Druck mit UV-Farben, deutlich höhere Produktivität und ein neues Qualitäts-Niveau - mit dem Umstieg auf die entwicklungsfreie Druckplatte :Amigo von Agfa Graphics schlug WWF Druck + Medien gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Dank ihres Pilotcharakters wurde die Installation obendrein vom Land NRW gefördert.
„Früher war unsere Vorstufe unser Flaschenhals. Heute dagegen können wir uns sogar als CtP-Dienstleister für andere Druckereien anbieten", bringt Manfred Wessels den Produktivitätsgewinn auf den Punkt, den sein Unternehmen WWF Druck + Medien GmbH mit der Installation des bundesweit ersten 4-Seiten-CtP-Workflows für die Belichtung der entwicklungsfreien Druckplatte :Amigo von Agfa Graphics erzielt hat. „Insbesondere in der Druckvorbereitung für den Rollenoffset mit UV-Farben hatten wir früher mit einer Vielzahl von Unwägbarkeiten zu kämpfen, die jetzt weggefallen sind", betont der geschäftsführende Gesellschafter des vollstufigen Unternehmens mit Sitz im münsterländischen Greven einen gravierenden Unterschied zur früheren Produktionsweise. Vorbei sind die Zeiten, in denen beispielsweise Hohlkopien oder nicht freilaufende Druckplatten immer wieder den Arbeitsfortschritt hemmten. Ganz zu schweigen von den Schwierigkeiten, die Produktionsqualität konstant auf hohem Niveau zu halten.
„Wir wären gerne schon früher auf CtP umgestiegen. Doch am Markt war zunächst keine Lösung verfügbar, die uns überzeugen konnte", blickt Manfred Wessels zurück. So zählen zu den Spezialitäten des Portfolios von WWF unter anderem Zeitschriften, Beilagen, Verkaufsbroschüren, Versicherungs-Flyer mit Policen-Antrag, Bücher sowie Formulare wie beispielsweise Steuerformulare, die das Unternehmen teilweise in Millionenauflagen auf 4-, 5- und 8-Farben-Rotationen mit UV-Farben produziert. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Standzeiten der Druckplatten in den Druckmaschinen, weshalb herkömmliche CtP-Lösungen hier nicht so ohne weiteres in Frage kamen.
ThermoFuse-Technologie erwies sich als ideale Lösung
Diese Lage änderte sich, als Agfa Graphics Ende 2005 die entwicklungsfreie Thermo-CtP-Druckplatte :Amigo für die Produktion hoher Auflagen ankündigte. Diese innovative Druckplatte basiert - wie die inzwischen in weltweit mehr als 1.000 Druckereien eingesetzte chemielose Platte :Azura - auf der patentierten ThermoFuse-Technologie von Agfa Graphics, die während der Belichtung direkt auf physikalischem Wege die fertigen Druckbilder erzeugt. Entsprechend müssen nach der Belichtung lediglich die ungenutzten Schichtelemente in den nicht druckenden Bereichen in einem Reinigungsschritt entfernt werden, was bei der :Amigo mit Hilfe einer speziellen Reinigungslösung geschieht. Eine Entwicklung mit Chemikalien findet dabei nicht statt. Der Wegfall dieses Arbeitsschritts erhöht nicht nur signifikant die Produktionssicherheit in der Druckplatten-Herstellung, sondern bietet gleichzeitig auch gravierende ökologische Vorteile.
Manfred Wessels: „Sowohl bei Agfa Graphics als auch im Systemhaus Hubertus Wesseler kannte man unsere besonderen Anforderungen und bot uns deshalb an, als bundesweit erste 4-Seiten-Druckerei mit der innovativen Druckplatte zu arbeiten. Die Vorstellung, kurzfristig ohne chemische Entwicklung produzieren zu können, war für uns eine außerordentlich attraktive Perspektive." Nachdem sich Manfred Wessels gemeinsam mit seiner Frau Regina und seinem Sohn Daniel sowie seinen Druckvorstufen-Mitarbeitern von verschiedenen :Azura-Referenzkunden die Vorteile der ThermoFuse-Technologie hatte bestätigen lassen, war die Entscheidung gefallen. Im Juni 2006 wurde das CtP-Komplettsystem inklusive des Workflow-Managementsystems :ApogeeX und eines 4-Seiten-Belichters :Acento für die Belichtung der :Amigo angeliefert und von den Experten des Systemhauses Hubertus Wesseler binnen zwei Tagen installiert.
Der bis dato vorhandene CtF-Workflow wurde parallel abgebaut. War das nicht riskant, bei einer Pilot-Installation auf jegliches Back-up zu verzichten? „Wir hatten keinen Zweifel, dass uns der Start in das neue Produktionszeitalter aus dem Stand heraus gelingen würde. Die Gespräche mit anderen Anwendern der ThermoFuse-Technologie hatten bei uns jeden Zweifel ausgeräumt", schiebt Manfred Wessels alle Bedenken beiseite.
Höchste Auflagen auch ohne Einbrennen
Schon ohne Einbrennen erreicht WWF heute eine Auflagenstabilität von etwa 100.000 Drucken - und das auch im Druck mit UV-Farben. „Wenn wir die Druckplatte einbrennen, decken wir mit ihr mühelos auch Auflagen um eine Million ab", bescheinigt Manfred Wessels der :Amigo, dass sie die hohen Erwartungen im Praxisbetrieb zuverlässig erfüllt. Heißt im Klartext: Musste früher jede Platte eingebrannt werden, gilt das jetzt nur noch bei höheren Auflagen. Zudem beansprucht heute das Einbrennen einer Platte bei 200 0C nur noch wenige Sekunden, während dieser Arbeitsschritt früher pro Platte gut zehn Minuten benötigte. Entsprechend groß ist alleine hier der Produktivitätsgewinn.
Darüber hinaus trägt der Wegfall der Entwicklung mit Chemikalien entscheidend zum drastisch gesteigerten Durchsatz in der Vorstufe von WWF bei. Krystyna Mielniczuk, Leiterin der Druckformherstellung: „Wir erreichen heute in der Plattenbelichtung eine Stabilität, wie wir sie uns früher kaum vorstellen konnten. Da die Druckplatten nicht mehr mit Chemikalien entwickelt werden müssen, fallen auch alle Variablen dieses Arbeitsschritts weg." Kurz: Die Mitarbeiter der Vorstufe müssen sich heute nicht mehr den Kopf über Zustände von Entwicklerchemie, über Temperaturschwankungen oder über Durchlaufzeiten den Kopf zerbrechen, sondern erreichen in der Druckplatten-Herstellung vielmehr zielsicher die gewünschte Qualität. Und das gilt gleichermaßen für neue als auch für Wiederholaufträge - wobei man jetzt auch den im Rollenoffset tendenziell höheren Punktzuwachs im Griff hat.
Noch höhere Qualität mit :Sublima
Die Kunden sind durchweg von der Qualität begeistert, die sie von WWF seit der Installation des neuen CtP-Worfkflows geliefert bekommen. Als Beispiel führt Wessels einen Schmuckprospekt an, bei dem die Schatten im Hintergrund der Ringe und Colliers softer denn je erscheinen. In Kürze will das Unternehmen die hohe Druckqualität mit der crossmodulierten Rastertechnologie :Sublima von Agfa Graphics noch toppen. Diese innovative Technologie kombiniert die Vorteile der amplitudenmodulierten und der frequenzmodulierten Rasterung. Im Ergebnis liefert sie eine extreme Durchzeichnung mit feinsten Details in Lichtern und Schatten bei gleichzeitig glatten Flächen und stufenlosen Verläufen in den Mitteltönen. Sie kennt also weder den für AM-Raster typischen Informationsverlust in Bildern mit intensiven Lichter- und Schattendetails noch die Körnigkeit eines FM-Rasters in gleichmäßigen Flächen.
Der besondere Clou von :Sublima ist, dass sich die Rastertechnologie am kleinsten Punkt orientiert, den Druckereien jeweils noch sicher auf Platte bringen können. Das heißt, dass beispielsweise die Punkte ab dem 5-%-Punkt nicht mehr kleiner werden, sondern :Sublima niedrigere Rasterweiten einfach simuliert, indem Punkte weggelassen werden. „Im Gegensatz zu FM-Raster bleibt der Punkt bei :Sublima größer. Das trägt zu einer erhöhten Auflagenstabilität bei, da der Abrieb und damit die Abnutzung der Druckplatten geringer sind", erklärt Manfred Wessels einen weiteren entscheidenden Vorteil, den er sich von :Sublima verspricht.
Instrument der Kundenbindung
Doch nicht nur die höhere Qualität ist für die Kunden ein zusätzliches Argument, ihre Aufträge bei WWF zu platzieren. Auch die ökologischen Vorteile der innovativen :Amigo-Druckplatte tragen zur Kundenbindung bei - bleibt doch heute in der verbrauchten Auswasch-Gummierung nur noch eine geringe Aktivator-Menge übrig und damit nur noch ein Bruchteil der früher erforderlichen Chemikalien. Gleichzeitig ist die Filmentsorgung weggefallen. Im Vergleich zur konventionellen Druckplatten-Herstellung sind das gravierende ökologische Vorteile, die das Land Nordrhein-Westfalen bei WWF in Form eines Zuschusses zu den Investitionskosten dieser Pilot-Installation anerkannte.
Mit ihren kurzen Rüstzeiten und ihrem ausgezeichneten Freilaufverhalten trägt die :Amigo auch im Drucksaal zur hohen Produktivität des Druck- und Medienhauses bei. Darüber hinaus bietet sie über die gesamte Auflage hinweg eine stabile Farb-/Wasserbalance. Manfred Wessels: „Im Vergleich zu früher sparen wir im Druck heute erheblich Zeit und Makulatur."
Reibungsloser Austausch der Job-Daten
Darüber hinaus spielt auch das Workflow-Managementsystem :ApogeeX 3.5 im Hinblick auf die signifikant höhere Produktivität und Produktionssicherheit eine Schlüsselrolle. „ Wir haben die Abläufe in unserer Druckvorstufe mit Hilfe von Verarbeitungsvorlagen weitgehend standardisiert und automatisiert. Gleichzeitig ist unser Workflow so leicht bedienbar, dass praktisch alle unsere Mitarbeiter in Druckvorstufe und Druck mit ihm arbeiten können", formuliert Druckvorstufenleiter Ingo Ribbers entscheidende Fortschritte. „Das bedeutet, dass unsere Drucker auch in der Spätschicht jederzeit in Eigenregie Druckplatten belichten können." Aber auch in Urlaubszeiten und bei Krankheitsfällen hängt der Arbeitsfortschritt in der Druckvorstufe nicht mehr von ein, zwei spezialisierten Mitarbeitern ab.
Ein entscheidender Faktor sind aus seiner Sicht die verschiedenen Möglichkeiten, die der :ApogeeX-Workflow für eine komfortable Kontrolle des Arbeitsfortschritts bietet - bis hin zur abschließenden visuellen Prüfung der bereits fertig gerasterten Daten am Bildschirm unmittelbar vor der Belichtung der Druckplatten. Im Ergebnis können eventuelle Fehler wie beispielsweise fehlende Schriften oder falsch angelegte Bilder in der Druckvorstufe bereits in einem sehr frühen Stadium aufgedeckt werden. Außerdem lassen sich heute sogar noch in letzter Minute PDF-Dateien korrigieren.
Und da das Proofing integraler Bestandteil des Workflows ist, werden die Proofs von den gleichen Daten gedruckt, die später auch auf die Druckplatten belichtet werden. Entsprechend kann sich das Druck- und Medienunternehmen darauf verlassen, dass die Inhalte der Proofs mit denen der Druckplatten uneingeschränkt übereinstimmen. Mit anderen Worten: Es gibt in der Vorstufenproduktion einfach keine Überraschungen mehr. Und das schließt aus, dass Druckplatten neu belichtet oder gar Druckmaschinen angehalten werden müssen, weil Fehler zu spät sichtbar werden. „Wir haben unsere Druckplatten-Herstellung praktisch über Nacht weitgehend automatisiert", fasst Manfred Wessels die Veränderung in einem Satz zusammen.
Über die WWF Druck + Medien GmbH
Die 1988 von Regina und Manfred Wessels gegründete WWF Druck + Medien GmbH mit Sitz in Greven im Münsterland und derzeit 35 Mitarbeitern ist sehr breit aufgestellt. So werden hier über klassische Akzidenzen hinaus insbesondere auch Etiketten und Formulare in erster Linie für Kunden im Health Care-Sektor produziert. Darüber hinaus verfügt das vollstufige Unternehmen über einen eigenen Verlag, in dem es eine ganze Reihe von Periodika - ebenfalls mit Schwerpunkt auf den Health Care-Markt - herausgibt. Um noch detaillierter auf die Anforderungen ihrer Kunden eingehen zu können, hat die WWF Gruppe kürzlich eine HP Idigo Press 3050 installiert, die die bisherige maschinelle und produktionstechnische Ausstattung des Unternehmens in idealer Weise ergänzt.